Im Detail

Der Blutegel - Steckbrief


Steckbrief

Name: Blutegel
Weitere Namen: Medizinischer Blutegel
Lateinischer Name: Hirudo medicinalis
Klasse: Gürtelwürmer
Größe: 7 - 15cm
Gewicht: ?
Alter: 5 - 20 Jahre
Aussehen: bräunlich
Geschlechtsdimorphismus: Nein
Ernährungstyp: Blutfresser (hämatophag)
Nahrung: Blut
Verbreitung: weltweit
Lebensraum: stille und langsamfließende Gewässer
natürliche Feinde: ?
Geschlechtsreife: etwa ab dem zweiten/dritten Lebensjahr
Paarungszeit: ganzjährig
Anzahl Nachkommen: 10 - 20 Eier
Vom Aussterben bedroht: Nein
Weitere Steckbriefe von Tieren findest du im Tierlexikon.

Interessantes über den Blutegel

  • Blutegel zählen zur Ordnung der Gürtelwürmer und gelten als die bekanntesten Vertreter der Familie der Egel. Als Ringelwürmer sind Blutegel mit dem Regenwurm eng verwandt.
  • Die Gattung der Blutegel umfasst weltweit etwa sechshundert Arten. Diese sind auf allen Kontinenten anzutreffen und leben vorrangig in Süßwasser, wenige Arten kommen auch im Meerwasser vor. Sie bevorzugen stehende oder nur leicht fließende Gewässer wie Teiche, Tümpel oder Bäche, die eine klare Wasserqualität und immer denselben Wasserstand aufweisen.
  • Sie sind ausgezeichnete Schwimmer, können sich jedoch auch an Land fortbewegen.
  • Im Gegensatz zu Regenwürmern ist der Körper von Blutegeln nicht rund, sondern von ovaler und abgeflachter Form.
  • Der Körper, der je nach Art im ausgestreckten Zustand bis zu dreißig Zentimeter lang sein kann, ist in über dreißig sichtbare Segmente unterteilt, die jedoch nicht mit den inneren Abschnitten übereinstimmen.
  • Sowohl am vorderen als auch am hinteren Ende des Körpers befindet sich je ein Saugnapf. Der hintere dient dem Blutegel zum Festhalten an der Hautoberfläche seines Wirtes. Am vorderen Ende sitzt der Saugnapf mit der Mundöffnung, in der sich drei Kieferreihen mit insgesamt achtzig, aus Calcit bestehenden winzigen Zähnen befinden.
  • Blutegel ernähren sich, wie ihr Namen schon verrät, von Blut. Mit dem vorderen Saugnapf verbeißen sie sich in der Haut des Wirtes. Als Nahrungsquelle dient erwachsenen Blutegeln das Blut von verschiedenen Säugetieren und Menschen.
  • Ein potentielles Opfer nehmen Blutegel im Wasser wahr, indem sie die Bewegungen orten und dann blitzschnell in diese Richtung schwimmen.
  • Nach dem Saugvorgang, der in der Regel maximal eine Stunde dauert, benötigt ein Blutegel etwa ein Jahr lang keine Nahrung, da das Blut in seinem Körper konserviert wird.
  • Als Zwitter legen Blutegel nach der Befruchtung etwa dreißig Eier in die gut durchfeuchtete Erde in Gewässernähe ab. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa eineinhalb Monaten und sind nur etwa einen Zentimeter lang.
  • Blutegel wurden schon im Mittelalter zu medizinischen Zwecken benutzt. Im Speichel der Tiere befinden sich bestimmte Substanzen, die die Blutgerinnung hemmen sowie schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.
  • Jahrhunderte lang waren die heilenden Fähigkeiten der Blutegeltherapie in Vergessenheit geraten, heute werden die blutsaugenden Tiere wieder vermehrt eingesetzt.
  • In der Medizin eingesetzte Blutegel werden ausschließlich in Labors gezüchtet. Diese Tiere haben sich in der alternativen Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Venenschwächen und Gelenkentzündungen erfolgreich bewährt.
  • Blutegel besitzen eine hohe Lebenserwartung. In medizinischen Labors gehaltene Tiere können bis zu zwanzig Jahre alt werden.