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Das Gürteltier - Steckbrief


Steckbrief

Name: Gürteltier
Lateinischer Name: Dasypodidae
Klasse: Säugetiere
Größe: 20 - 100cm (Kopf-Rumpf-Länge)
Gewicht: 2kg - 40kg
Alter: 10 - 15 Jahre
Aussehen: grauer Panzer
Geschlechtsdimorphismus: Ja
Ernährungstyp: Allesfresser (omnivor)
Nahrung: Insekten, kleine Säugetiere, Wirbellose
Verbreitung: Nordamerika, Südamerika
ursprüngliche Herkunft: Südamerika
Schlaf-Wach-Rhythmus: nachtaktiv
Lebensraum: Savannen, Steppen und Halbwüsten
natürliche Feinde: Jaguar
Geschlechtsreife: mit dem zweiten Lebensjahr
Paarungszeit: Juli - August
Tragzeit: 3 - 4 Monate
Wurfgröße: 2 - 10 Jungtiere
Sozialverhalten: Einzelgänger
Vom Aussterben bedroht: Nein
Weitere Steckbriefe von Tieren findest du im Tierlexikon.

Interessantes über das Gürteltier

  • Gürteltiere gehören einer sehr alten Gruppe von Säugetieren, nämlich den Nebengelenktieren an, zu denen auch die Faultiere und die Ameisenbären zählen. Die Geschichte dieser Säugetiergruppe reicht bis ins Paläozän zurück.
  • Gürteltiere besitzen an den Brust- und Lendenwirbeln zusätzliche seitliche Gelenkfortsätze, die sogenannten Nebengelenke, deren Funktion nicht genau erforscht ist.
  • Ihren Namen verdanken die Gürteltiere ihrem Hautknochenpanzer, der aus gürtelähnlichen Ringen aus Knochen- und Hornplatten besteht. Diese sind am Rücken durch Hautfalten miteinander verbunden und dadurch sehr beweglich. Im Kopf- und Schulterbereich sowie am hinteren Rumpf sind die Knochenplatten zu großflächigen Schildern zusammengewachsen. Auch der Schwanz ist von Knochenringen umgeben.
  • Der Panzer ist nur bei einer einzigen Art, den sogenannten Borsten-Gürteltieren mit kurzen und harten Haaren bewachsen.
  • Insgesamt existieren 21 verschiedene Arten von Gürteltieren, die in Südamerika und den südöstlichen Regionen Nordamerikas beheimatet sind und als Bodenbewohner in überwiegend trockenen Regionen wie Steppen, Savannen und Halbwüsten mit karger Vegetation leben.
  • Gürteltiere sind nachtaktive Einzelgänger und beginnen mit dem Einsetzen der Dunkelheit mit der Nahrungssuche. Sie leben vorwiegend von kleinen Insekten und wirbellosen Tieren, die sie mit ihrer klebrigen und langen Zunge erbeuten. Einige Arten fressen auch größere Lebewesen wie etwa Eidechsen und kleine Nagetiere. Tagsüber ziehen sich Gürteltiere in Erdhöhlen zurück und schlafen.
  • In unterirdischen Höhlen bringen die Weibchen auch ihre Jungen zur Welt, deren Haut sich erst einige Wochen nach der Geburt allmählich zu einen knöchernen Panzer entwickelt.
  • Da ihr Körper an nahezu allen exponierten Stellen von dem Panzer umgeben ist, haben Gürteltiere kaum Fressfeinde. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer Kugel zusammen, wodurch Angreifer keine Chance haben, an die weichen Körperteile wie die Beine und den Bauch zu gelangen. Lediglich Jaguare schaffen es bei großer Anstrengung, die harte Panzerkugel zu durchbeißen.
  • Das Braunborsten-Gürteltier hat eine eigene Taktik entwickelt, sich vor Angreifern zu schützen. Es presst sich fest in die Erde und gräbt Beine und Bauch ein. Gleichzeitig hält es für mehrere Minuten die Luft an, bis der Fressfeind aufgegeben hat.
  • Alle Gürteltiere können für einige Zeit den Atem aussetzen. Diese Fähigkeit erlaubt ihnen, mit ihren kräftigen Vorderbeinen und den riesigen Klauen auch tief im Untergrund nach Nahrung zu graben.
  • Trotz ihres plumpen Körperbaus sind Gürteltiere schnelle Läufer und ausgezeichnete Schwimmer. Um zu verhindern, dass sie durch den schweren Knochenpanzer unter Wasser gezogen werden, schlucken sie große Mengen Luft und speichern diese im Verdauungstrakt. Mit dieser Technik ist es ihnen möglich, auch breite Bäche und Flüsse schwimmend oder auf dem Grund laufend zu durchqueren.