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Archaikum


Definition:

Das Archaikum beschreibt einen frühen Abschnitt der Erdfrühzeit, des sogenannten Präkambriums. Es begann etwa vier Milliarden Jahre vor der heutigen Zeit und wird von Wissenschaftlern in vier Phasen, nämlich jene des Eoarchaikums, des Paläoarchaikums, des Mesoarchaikums und des Neoarchaikums unterteilt. Die Periode des Archaikums dauerte etwa zweieinhalb Milliarden Jahre und wurde vom Paläoproterozoikum abgelöst. Damit ist das Archaikum die längste Phase in der Geschichte der Erde.

Geologische Entwicklung:

Trotz der zeitlichen Länge des Archaikums machen die Gesteine aus dieser Zeit heute nur einen geringen Anteil der Erdoberfläche aus. Dieser wird von Wissenschaftlern mit etwa zwanzig Prozent angegeben. Die ältesten Mineralien, die heute noch gefunden werden und aus dem Archaikum stammen, sind etwas über 4 Milliarden Jahre alte Zirkone, die sich aus heute nicht mehr nachweisbaren metamorphen Gesteinen als Verwitterungsreste bildeten. Aus der Zeit des Archaikums sind zudem Gneise bekannt, die Teile des Kanadischen Schildes und Grönlands bedecken, sowie Sedimentgesteine, die ebenfalls in diesen Regionen gefunden und auf ein Alter von etwa 3,8 Milliarden Jahre datiert wurden.
Die Tatsache, dass schon vor 3,8 Milliarden Jahren Sedimentgesteine auf der Erde existierten, lässt darauf schließen, dass es in der Phase des Archaikums bereits Vorkommen von freiem Wasser gegeben haben muss. Gleichzeitig deuten die Zirkone darauf hin, dass die Erde auch schon von einer Kruste bedeckt gewesen war, wobei die Erdoberfläche sich von der heute existierenden stark unterschied. Wie genau sich in dieser Phase der heutige Schalenbau der Erde entwickelte, ist immer noch nicht erforscht. Vermutungen legen nahe, dass es im Archaikum zu einer Ausscheidung von flüssiger Masse kam, die auf Temperaturen von bis zu 1200° C erhitzt war. Diese Theorie wird dadurch untermauert, dass in den aus dieser Phase stammenden Gesteinen ein Restmagnetismus nachweisbar ist, die Erde zu dieser Zeit also ein Magnetfeld besessen haben muss. Frühe Festlandinseln entstanden aus der verflüssigten Erdmasse vermutlich vor etwa drei Milliarden Jahren, was in der Nähe des Äquators allmählich zur Formung des ersten Superkontinents Ur führte.

Flora und Fauna:

Auch wenn die Erdatmosphäre zur Zeit des frühen Archaikums noch keinen freien Sauerstoff enthielt, deuten Funde von Chemofossilien darauf hin, dass im Paläoarchaikum bereits Lebewesen die Erde besiedelten. Die Wissenschaftler definierten diese als Überreste von Blaualgen, beziehungsweise den Algen zugerechneten Bakterien. Erwiesen ist, dass manche Makromoleküle mit der Formung stabiler Erdkrustenteile bereits die Fähigkeit entwickelt hatten, sich durch Verbindung mit anderen Molekülen zu reproduzieren oder an Größe zuzunehmen. Spuren solcher Chemofossilien, die im Mikroskop als Fäden sichtbar werden, konnten Wissenschaftler in geringen Mengen in Gesteinen entdecken, die aus dem heutigen Südafrika stammen und etwa dreieinhalb Milliarden Jahre alt sind. Erst durch die Photosynthese von Prokaryoten, aus Zellen aufgebauten, jedoch kernlosen Lebewesen, wurde im späten Archaikum Sauerstoff abgegeben, der die Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer Flora und Fauna in darauffolgenden Phasen der Erdgeschichte mit sich brachte.

Video: Die Erde Ein Planet entsteht 1 (April 2020).