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Aquamarin


Steckbrief:

Name: Aquamarin
Andere Namen: Beryll
Mineralklasse: Silikate und Germanate
Chemische Formel: Be3Al2(SiO3)6
Chemische Elemente: Beryllium, Aluminium, Silizium, Sauerstoff
Ähnliche Minerale: siehe Beryll
Farbe: weiß-blau
Glanz: Glasglanz
Kristallstruktur: hexagonal
Massendichte: ca. 2,7
Magnetismus: nicht magnetisch
Mohshärte: 7 - 8
Strichfarbe: weiß
Transparenz: Glasglanz
Verwendung: Schmuckstein

Allgemeines zum Aquamarin:

Der Aquamarin beschreibt ein zur Familie der Berylle zählendes Mineral, dessen Name Meerwasser bedeutet und sich auf seine unverwechselbare blaue Färbung bezieht. Als einer der bekanntesten und beliebtesten Edelsteine gehört Aquamarin wie der Smaragd zu den Aluminiumsilikaten. Aquamarin kann sowohl wässerig hellblau als auch leuchtend mittelblau oder grünlich blau erscheinen. Feinste Kanäle im Mineral, die mit Gasen, Flüssigkeiten oder Mineraleinschlüssen gefüllt sein können, sorgen oft für eine zartweiße Musterung in Form von Streifen. Die meist regelmäßige Färbung des Minerals ist auf die Beimengung des Spurenelements Eisen zurückzuführen, die in der Regel einen Anteil von etwa zwei Prozent aufweist. Unregelmäßigkeiten werden in der Schmuckindustrie durch eine Erhitzung des Steins auf vierhundert Grad Celsius korrigiert. Mithilfe dieses Verfahrens ist es auch möglich, aus Smaragden Aquamarine zu gewinnen, indem das für die grüne Farbe verantwortliche dreiwertige Eisen in zweiwertiges umgewandelt wird. Durch diese Reaktion wird aus einem grünen ein blauer Stein.
Der glasartig glänzende und meist durchsichtige Aquamarin bildet wie alle Berylle prismatische Kristalle sowie Aggregate von massiger, säuliger, radialstrahliger oder körniger Form. Aquamarine weisen einen muscheligen bis spröden Bruch, eine vollkommene Spaltbarkeit und eine Mohshärte von maximal 8 auf.

Vorkommen und Gewinnung:

Aquamarine entstehen aus Magmagestein und treten vor allem in Granitpegmatiten, Gneisen und hydrothermalen Gesteinsadern auf. Oft werden sie auch in Graniten als Nebengemengeteile gefunden. Vergesellschaftung mit anderen Mineralien wie Topas, Quarz oder Feldspat ist häufig.
Die begehrten Steine werden auf der ganzen Welt gefördert, wobei die wichtigsten Lagerstätten in Brasilien, insbesondere in den Bundesstaaten Minas Geras, Espirito Santo und Bahia liegen. In Brasilien wurde im Jahr 1910 auch der bis heute größte bekannte Aquamarin gefunden, der ein Gewicht von 110 Kilogramm aufwies. Weitere wirtschaftlich bedeutende Fundorte befinden sich in Madagaskar, Kenia, Nigeria, Malawi, Mozambique, Zambia, in Pakistan, in den Vereinigten Staaten und in Russland, vor allem im Ural-Gebirge und in Sibirien.

Nutzung durch den Menschen:

Als Schmuckstein, Glücksbringer und Symbol der Jungend ist der Aquamarin bereits seit der Antike hochbegehrt. Bei den alten Römern und Griechen wurden Aquamarine den Seefahrern mitgegeben, um eine sichere und vor allem wirtschaftlich erfolgreiche Reise zu garantieren. Diese Tradition setzte sich auf im Mittelalter fort, als der Aquamarin nicht nur den Seeleuten, sondern auch den Soldaten in der Schlacht als Glückbringer dienen sollte.
Als Schmuckstein ist der Aquamarin bis heute beliebt und kann je nach Farbintensität und Größe hohe Preise erzielen. Dementsprechend sind auch Fälschungen auf dem Markt, die aus gefärbtem Glas, synthetischen Mineralien oder Quarz hergestellt werden. Besonders begeht sind jene Steine, die aus der brasilianischen Mine von Santa Maria de Itabira stammen und daher den Namen "Santa Maria" tragen.