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Evolutionsfaktor Gendrift


Gendrift

Unter Gendrift versteht man die zufдllige Verдnderung der Genhдufigkeit eines bestimmten Allels innerhalb einer Population. Besonders bei kleinen Populationen ist der Gendrift bedeutend, weil Allele relativ schnell aus dem Genpool der Population verschwinden kцnnen. Aber auch das genaue Gegenteil ist mцglich, nдmlich das bestimmte Gene plцtzlich extrem hдufig in einer Population auftauchen, etwa nach Naturkatastrophen, wenn nur noch wenige Individuen ьberlebt haben und viele von ihnen ein zuvor noch seltenes Allel in sich tragen.

Beispiel fьr Gendrift - Grьndereffekt

Beim Grьndereffekt wird eine neue Population durch einige wenige Individuen gegrьndet. Innerhalb dieser neuen Grьnderpopulation (P2) unterscheidet sich die Allelfrequenz (Allelhдufigkeit) im Vergleich zur nun isolierten (es besteht kein Genfluss mehr zwischen P1 und P2) Ausgangspopulation (P1). Dies hat eine deutlich geringere Genvariabilitдt zur Folge, weil manche Allele die in P1 auftauchen, in keinem der Individuen von P2 vorhanden sind. Daher besteht der Genpool von P2 aus einer ganz anderen Allelzusammensetzung als P1.
Notwendige Bedingung des Grьndereffekts ist Isolation von der Ausgangspopulation, etwa durch geografische Isolation (siehe Allopatrische Artbildung)

Beispiel fьr Gendrift - Flaschenhalseffekt

Der Flaschenhalseffekt beschreibt die starke Reduzierung der genetischen Variabilitдt in Verbindung mit der randomisierten Дnderung der Allelhдufigkeiten. Dem Flaschenhalseffekt liegt meist ein Ereignis zu Grunde, etwa eine Naturkatastrophe in der viele Individuen getцtet werden, plцtzliche geografische Isolation durch Plattentektonik, aber auch z.B. die Verwehung einzelner Individuen auf eine noch unbevцlkerte Insel. In allen Fдllen ist die zufдllige Auswahl der Individuen fьr den Flaschenhalseffekt entscheidend, unabhдngig von ihrer Anpassung an die Umweltfaktoren.